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ANNA ROSSINELLI: Marylou

Es geht zur (und um die) Sache!

ANNA ROSSINELLI hat mit ihrer gleichnamigen Band einmal an einem internationalen Wettbewerb mitgemacht – das sei nun nicht mehr das Thema. Seit einem Monat ist das neue starke Album «Marylou» im Handel. Die der 26-jährige Baslerin und ihre Jungs ein überraschen erfreulich mit einem eigenständiges Werk, vielseitiger Stimme und mitreissenden Beats. anna rossinelli by corinneWie kam der Titel «Marylou» zustande?
ANNA ROSSINELLI: Dieser Name war schon länger in unserem Kopf. Es geht um verschiedene Geschichten von uns und unserem Umfeld. «Marylou» wird daher zu einer Multiplen Persönlichkeit. Es geht darin um Multiple-Persönlichkeit.

Wie viel hat das mit dir zu tun?
ANNA: Ich würde jetzt nicht von mir behaupten, dass ich einen Schaden hätte. Aber die Psyche mit ihrer Vielschichtigkeit, auch Widersprüchlichkeit, interessiert mich sehr, bei andern wie auch bei mir. Analog dazu haben wir uns auf dem Albumcover auch vielschichtig abbilden lassen durch mehrere übereinander gelagerte Fotos.

Im Gegensatz zum Erstling habt ihr nun die Songs selbst geschrieben. Wie entstehen eure Songs?
ANNA: Wir schrieben die Songs während eines Jahres. Da durchlebt man sämtliche Emotionen. Insofern könnte ich nicht sagen, dass wir nur aus Tiefs oder Hochs heraus Musik machen. Mit zunehmendem Druck konnten wir uns stärker auf das Abschliessen von Songs konzentrieren. Ohne Druck hingegen ist es viel angenehmer, Melodien und Songideen entstehen zu lassen. Einmal haben wir uns beispielsweise für ein Wochenende in eine Berghütte zurückgezogen. Die erhofften Resultate blieben völlig aus, obschon es wirklich wundervoll war. Hingegen waren wir mal im Ticino, hatten es lustig, nahmen die Gitarre zur Hand und schon begann es zu fliessen.

Mit zunehmendem Erfolg werden manche Künstler eigenwilliger, weniger bereit, Kompromisse einzugehen. Wie ist das innerhalb der Band. Wurden die Besprechnungen komplexer?
GEORG DILLIER: Bisher zeigt sich keine Tendenz in diese Richtung, was wohl auch damit zu tun hat, dass wir eine gewisse – und durchaus gesunde – Unsicherheit bewahrten. Ein Gramm Misserfolg fühlt sich für mich an wie eine Tonne Erfolg. Daher drohe ich nicht, ein Egomane zu werden.

Welcher Anteil hat Musik effektiv an eurer Arbeit?
ANNA (Anna, nach kurzem Austausch mit MANU und GEORG) – 50%? Na klar, es geht alles immer um die Musik, und auf Tour steigert sich das auf 100%, aber je nach Phase nehmen halt die andern Aufgaben auch viel Zeit in Anspruch. Es wird uns immer wieder nahe gelegt, auf den Socialmedia-Plattformen aktiv zu bleiben, aber ich bin nicht nur begeistert über diese Entwicklung.

anna rossinelliDu könntest wählen: Halb so viel Autonomie und viermal mehr Erfolg. Wie entscheidest du?
ANNA: Autonomie! Ich weiss, was ich will! Auf keinen Fall möchte ich als Cervelat-Promi verenden, der in sämtlichen Kochsendungen rumtanzt, um im Gespräch zu bleiben. Oder für gute Zwecke posieren, ohne auch wirklich was für die Sache zu tun, interessiert mich nicht. VOLLENWEIDER gab sein Gesicht der ROKPA-Kids, da kamen wir schon mal ins Überlegen, mehr dafür zu tun. Aber es ist wohl nicht der richtige Zeitpunkt, vorerst stecken wir alle Energie in die Musik. Zudem ist das grosse Thema «Gutes tun» eine Einstellungssache, mit welcher man auch hier in der Schweiz etwas bewirken können – denn, dass nicht alle glücklich sind trotz Wohlstand, ist offensichtlich.
GEORG (grinsend): Wobei... Einer übernähme die ganze Koordination und Kommunikation und wir könnten uns voll auf die Musik konzentrieren – cool

Wie stehst du als gutaussehende Musikerin, die selbst davon profitierte, den Castingshows, Musikcontests, bei welchen auch das Aussehen eine wesentliche Rolle spielt, gegenüber?
ANNA: Dass das Aussehen einen Einfluss haben mag, ist mir bewusst. Das Thema macht mich aber wütend, denn es soll auch hier primär um die Sache, also die Musik gehen. Eine gute Stimme kann sich durchsetzen, daran glaube ich! Es gibt ja auch Beispiele, die zeigen, dass das Aussehen zweitrangig sein mag… – ...wie BETH DITO? – Ja, beispielsweise. – Wobei sie auf ihre Art genauso ein ästhetisches Gesamtkunstwerk darstellt und dieses auch inszeniert.
MANUEL: Die Anzahl der Shows ist ein Witz. Es wird der Eindruck erweckt, als müsste ein «funktionierender» Musiker nur einfach singen können.

Album: «Marylou» (Universal)
www.annarossinellimusic.com

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