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BOY

Boys sind zwei Girls

VALESKA STEINER aus Zürich und SONJA GLASS aus Hamburg sind BOY. Am «Openair St.Gallen» spielten sie im Clubrahmen auf eine kleinen Nebenbühne – und zeigten sich dabei als die grosse Entdeckung. Inzwischen sind BOY «Best Talent» August auf DRS 3.

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Foto: Benedikt Schnermann

Gleich zu Beginn des Interviews tappe ich daneben, weil ich die Musik von BOY als ruhig und eher akustisch beschreibe. Dies rührt wohl daher, dass ich zuviel lauten Rock von drei Tagen Openair im Ohr hatte. VALESKA STEINER findet den Alternativpop von BOY nämlich nicht akustisch. Technisch hat sie natürlich recht. Die ähnlich klingende SUZANNE VEGA ist dies auch nicht. BOY klingen locker, jung und verspielt – verspielter als VEGA, die sie u.a. und nach etwas bohren als Inspiration nennen. BOYs melodiösen Songs klingen, wie wenn sie aus einer einfachen Idee gespriesst sind – alles passt und scheint einfach, obwohl dahinter bestimmt viel Arbeit steckt. Diese scheint den beiden zurzeit aber eher als Spass denn als Pflicht. Dies hört man den Liedern klar an.

Davon ausgehend, dass diese wohl sehr oft gestellt wird, stelle ich meine erste Frage eher zurückhaltend. Warum der Name BOY? Zu meiner Überraschung muss VALESKA tatsächlich überlegen. «Girl war besetzt», sagt sie dann und SONJA ergänzt: «BOY ist kurz und einprägsam.»
Sie haben sich sozusagen gegenseitig gecastet. Auf der Suche nach neuen musikalischen Tätigkeitsfeldern reiste STEINER nach Hamburg. An einer Musikerkontaktbörse am «Musikworkshop» in Hamburg haben sich die beiden dann getroffen und gefunden. Die Chemie stimmt. Die Antwort auf die Frage nach der Arbeitsteilung erinnert etwas an LENNON / MCCARTNEY. Irgendwie machen sie alles zusammen. Sängerin VALESKA und Bassistin SONJA harmonieren prächtig.

Zurzeit leben beide in SONJAs Heimat Hamburg, wobei zwischen der Elbestadt und Zürich viel gependelt wird. Was gefällt euch besser, Hamburg oder Zürich? Die beiden legen sich nicht fest. Ich versuch es mit einfacheren Fragen: Bier oder Wein? Klare Antwort: Wein. Openair oder Club? Auch hier: einstimmig Club. Studio oder live: schon eher live, weil hier halt sofort eine Reaktion kommt. Das seien halt schon besondere Momente.

Ein solcher war bestimmt auch der Auftritt von BOY am «Openair St.Gallen». Es ist eine kleine, sonst wenig beachtete Nebenbühne in einem Sponsorenzelt – eher ein Club. Erstaunlich viel Publikum erwartet hier den Auftritt dieser ihnen bis dato wohl völlig unbekannten Band. Der bei Auftritten von Newcomern übliche Anstandsapplaus nach den ersten Lieder entwickelt sich mit der Dauer des Konzerts über begeisterten Beifall bis hin zu unerwartet lauten Chören mit Zugaberufen! Mit soviel Euphorie hat hier wohl niemand gerechnet, weder die ebenfalls anwesenden Vertreter ihrer Plattenfirma noch sie selber. Die Freude bei SONJA und VALESKA war gross und der Funke sprang zum Publikum über. Und dieses riss nach dem Gig den beiden die Autogramme und CDs fast aus den Händen.
Bei dieser Reaktion ist auch klar, warum HERBERT GRÖNEMEYER die beiden ohne zu zögern auf seinem GRÖNLAND-Label aufgenommen hat. Auch er muss begeistert sein von BOY. GRÖNLAND ist für seine hohen künstlerischen Ansprüche bekannt. GRÖNEMEYER sei ein grossartiger Künstler und Mensch, erzählt VALESKA STEINER.

Diesen Monat erscheint nun ihr Debutalbum «Mutual Friends», das sie ausser dem Schlagzeug fast vollständig mit dem Multiinstrumentalisten und Produzenten PHILIPP STEINKE, der sich im alten Kinderzimmer seines Elternhauses ein Studio eingerichtet hatte, eingespielt haben. Auf einer Fläche von 12 Quadratmetern wurde wochenlang konzentriert gearbeitet, meistens bis spät in die Nacht.
Radioeinsätze haben BOY bereits zahlreiche. Zurzeit sind sie auf grosser Deutschlandtour. Im Oktober gibt es einige Termine in der Schweiz.

Album: «Mutual Friend» (Grönland / EMI)
www.listentoboy.com

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