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"Atemlos" geklaut?

Die Strophen von HELENE FISCHERs "Atemlos durch die Nacht" seien von einem älteren Schlager aus den frühen Siebzigern geklaut. Kennern kam diese Melodie schon länger bekannt vor. Sie konnten sie lediglich nicht zuordnen. Vielleicht ist gerade diese Erinnerung an Bekanntes das Erfolgsgehemnis dieses Titels. Nun griff das ZDF dieses Thema nun auf.

 

 

Man vergleiche selbst: geklaut? Zufall? Kalkül? Tatsache ist, die Komposition von KRISTINA BACH erinnert stark an "Festival der Liebe" von JÜRGEN MARCUS und geschrieben von JACK WHITE, der übrigens nichts mit JACK WHITE von den WHITE STRIPES zu tun hat.

In ähnlichen Fällen entschieden Gerichte zugunsten des Originals. Ein Beispiel aus 1985: PAUL HARDCASTLE feierte mit seinem Titel "19 (Nineteen)" weltweit vorderste Hitparadenplätze. MIKE OLDFIELD erkannte darin eine Sequenz aus seinem Erstlingswerk "Tubular Bells" und hat daraufhin geklagt. Er bekam Recht. HARDCASTLE musste OLDFIELD zahlen, ihn prozentual beteiligen und namentlich als Mitkomponist erwähnen. Der Unterschied der beiden Werke war grösser bzw. die ähnliche Sequenz kürzer als im Fall von "Atemlos durch die Nacht" und "Festival der Liebe".

Die Möglichkeiten von Tonfolgen ist mathematisch begrenzt. Die Chance, auch zufällig eine Melodie zu erfinden, die es schon gibt, wird stetig grösser. Komponisten sind also gut beraten, bevor sie etwas veröffentlichen, das ganze Musikarchiv zu durchforsten, ob es ihr Werk schon in ähnlicher Form schon mal gab...
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