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Gedanken, Ideen, Meinungen und Senf von Markus Tofalo

St.Gallen: Bahnhof Nord – Kreuzbleiche-Kreuzung

Die hoch ausgelastete Kreuzung Kreuzbleiche-St.Leonhard und die Belebung von Bahnhof-Nord verlangen nach einer ganzheitlichen Betrachtung.

kreisel bild

Aktuelle Problempunkte

  • Ein Bahnhofplatz, dessen Erscheinung jenem einer U-Bahn-Station in einem unbelebten Aussenquartier einer Grossstadt entspricht.
  • Ein Parkplatz an einem Ort, wo aufgrund der Lage eine publikumsintensive Nutzung hingehört.
  • Ein isoliert stehender Turm, der wie ein Fremdkörper wirkt.
  • Eine überlastete Kreuzung mit langen Wartezeiten für den Langsamverkehr und Staus für den MIV. Dadurch bedingt Überlegungen für eine extrem teure Autobahnspange direkt ins Zentrum.

Dieser Lösungsvorschlag bringt entscheidende Verbesserungen

  • Entflechtung von ÖV, MIV und Langsamverkehr
  • Aufwertung des Bahnofquartiers als Teil des Stadtzentrums
  • Hohe Ausnützung der Baulücken im Bereich Bahnhof Nord.

kreuzbleiche kreisel

1    
Kreisel Kreuzbleiche

Es gibt Orte, wo der Verkehr funktionieren muss, will man Umfahrungen oder neue Strassen – in diesem Fall den Tunnel von der A1 Richtung Teufen – verhindern.
Entflechtung:

  • obere Ebene, ebenerdig, 2-spuriger Kreisel für MIV
  • untere Ebene, ÖV mit Haltestelle, Fussgänger, Velofahrer

Erläuterung weiter unten

2
Villa Wiesental

Von ihrer Erhaltung wird ausgegangen. Gleiches gilt für den Garten. Eine Nutzung mit repräsentativem Charakter wäre wünschenswert.

3
Geschäftshaus Leopard

Eine hochwertigere Gestaltung  ist anzustreben. Immerhin ist hier das Tor zur Stadt. Vorstellbar sind auch partielle Aufstockungen.
In diesem Sinn ist die Idee des Vereins Pro Villa Wiesental ganz in meinem Sinn. (siehe auch hier)

4
Haus Lagerstrasse

Dieser Sündenfall lässt sich leider nicht so leicht korrigieren. Eine Erdgeschossnutzung mit Öffnung zur Lagerstrasse wäre wünschenswert.

5
Grünanlage

Die Sicht vom Bahnhof zur Lokremise muss frei bleiben. Der Bezug der Remise zur Bahn muss nachvollziehbar sein. Darauf sollte auch in der Bepflanzung Rücksicht genommen werden.

6
ÖV-Tunnel

Die Entflechtung ÖV-MIV wäre auch mit einer Rampe Richtung St.Leonhardsbrücke möglich. Ästhetisch wäre das jedoch keineswegs befriedigend.
Mit diesem Tunnel könnte auch die Kreuzung Geltenwilenstrasse entlastet werden. Busse können hindernisfrei vom Bahnhof bis zur St.Leonhard-Kreuzung fahren. Die Kosten sind nicht niedrig, jedoch um ein Vielfaches tiefer als eine Autobahnspange.
Eine Variante wäre ein Tunnel mit Aufgang östlich der Lokremise oder ein Tunnel direkt vom Kreisel bis zum Bahnhof.

7
Klubhaus

Ein Erhalt mit einer Sanierung auf das notwendige ist wünschenswert. Was die meisten am Klubhaus lieben ist die entkrampfte Atmosphäre und den einfachen Charakter des Gastronomiebetriebs. Mit einer Renovation und zu cleanen Einrichtung kann hier viel zerstört werden.

8
Baufeld für einen Turm in ähnlicher Dimension wie der FHS-Turm.

Im Erdgeschoss allseitig geöffnete Fassade. Eine publikumsintensive Nutzung ist wegen der Bahnhofsnähe naheliegend, Richtung Platz, z.B. Bistro.

9
Bahnhofnordplatz

Für Ankommende ist dies eine Visitenkarte der Stadt. Entsprechend muss dieser Platz erscheinen und entsprechend muss auch die Nutzung der anliegenden Liegenschaften sein. Grün in Form grosser Bäume gehört dazu. Die Ausrichtung nach Süden begünstigt Strassencafés, auch an der Lagerstrasse, wo jetzt ein Zweiradparkplatz ist. Für die Parkierung von Motorrädern sollte ebenfalls eine unterirdische Lösung gefunden werden. Dies wäre auch aus Wetterschutzgründen sinnvoll.

10
Baufeld 4- bis 6-geschossig

Nutzung offen, publikumsintensiv ist wegen der Bahnhofsnähe naheliegend, oben auch exklusive Wohnungen oder Büros zur Querfinanzierung möglich.

11
Lagerstrasse

Bushaltestellen für Fernbusse, Taxivorfahrt und, falls Platz vorhanden ist, Pickup-Halteplätze. Die Strasse sollte beidseitig flanierbar sein bis zum Kreuzbleichekreisel. Es stellt sich auch die Frage, ob sie in dieser Funktion noch «Lagerstrasse» heissen soll.
Alternative Haltestelle für Fernbusse: Der freiwerdende Platz zwischen Nebebahnhof und St.Leonhardstrasse, wo wegen der Durchmesserlinie der AB die Gleise entfallen.

12
FHS-Tower

Das Erdgeschoss könnte offener wirken. Will man den Pickup-Verkehr besser in die Garage locken, sollte diese Einfahrt einen entsprechenden Portalcharakter aufweisen, der der Vorfahrt eines Bahnhofs entspricht.

13
Platz östlich des FHS-Towers

So sehr es auch die Absicht der Planer war, mit einem Hauptaufgang der Unterführung den Passantenstrom auf diesem Weg in die Rosenbergstrasse zu bringen, es ist ihnen völlig misslungen. Dieser leere Platz mit allseitig absolut uneinladenden Fassaden ist ein Unort. Während die FHS-Seite wohl belassen werden muss, könnte auf der Montana-Seite durch eine Verkleinerung der Platz in eine Passage verwandelt werden. Möglich wäre auch eine kleinräumige Bebauung entlang des Hauses Montana mit kleinen, Laden- oder Gewerbeflächen in den unteren Geschossen, nach Möglichkeit kombiniert mit dem Baufeld unter Nr. 14.

14
Baufeld 5- bis 6-geschossig

Nutzung offen, publikumsintensiv ist wegen der Bahnhofsnähe naheliegend, oben auch exklusiv Wohnungen oder Büros zur Querfinanzierung möglich. Wo noch vorhanden, sollte die Kleinräumigkeit bewahrt werden. Intakte Bausubstanz wie das Haus Montana kann in neue Planungen integriert werden.

15
Rosenbergstrasse-Platz

Dieser Platz wirkt jetzt schon sehr schön, bedingt durch die Fassaden der neoklassizistschen Bauten. Eine Aufwertung wäre opportun, zumal hier auch der Aufgang von der Unterführung ist, der Platz also auch erste Eindrücke der Stadt vermittelt.

Massnahmen Bahnhofnordplatz

bahnhofnordplatz
Überbauung mit hoher Dichte und demzufolge Höhe. Ein zweiter (oder gar dritter) Tower würde sich zusammen mit dem FHS-Tower gut machen. Hochhäuser wirken alleine störend, in Gruppen ist das Bild besser. Leider hat St.Gallen nur isolierte Türme.

Ein Platz oder ein Quartier lässt sich nicht zwangsbeleben, siehe auch die Gegend um den Hauptbahnhof Berlin. Eine Belebung kann aber mit einer derart schlechten Gestaltung wie aktuell verhindert werden. Ein allgemein als schön empfundener Platz hat eine Form, einen definierenden Belag, ein Zentrum (Baum, Brunnen, Kunst oder Denkmal), Fassaden sowie Unterstände und Schattenbereiche (Bäume, Arkaden). Möblierung ist sekundär. Die Verkehrsmenge muss nicht zwingend negativen Einfluss auf die Aufenthaltsqualität eines Platzes haben, siehe siehe italienische Plätze.
Der Bahnhofnordplatz hat nichts von dem. Sein Gefälle ist sogar nutzungshemmend. Warum wurden hier nicht Treppenstufen integriert?

Dass Pickup-Parkplätze unterirdisch sind, wirkt leider für den Platz nicht belebend, ist aber an sich ok. Dass Ab- oder Aufspringen (ohne Warten der Autos) sollte auch überirdisch möglich sein (Halt, nicht Parkieren). Das würde auch Leben bringen – zusammen mit den Fernbussen.

bahnhofnordlagerstrassetowerbistro

Der Bahnhofnorplatz (gesucht: ein besserer Name), Standpunkt vor dem FHS-Tower Blick Richtung Lokremise. Ein zusätzlicher Turm (dessen Erscheinung sicherlich besser sein kann als der langweilig wirkende FHS-Tower) würde das Stadtzentrum besser markieren.
Wo jetzt entlang der Lagerstrasse Motorräder abgestellt sind, könnten Strassencafés und kleine Shops zum Verweilen unter der Allee einladen.
Der Platzbelag müsste der Bedeutung des Platze gerecht werden, also nicht einfach Asphalt.

Kreisel Kreuzung Kreuzbleiche-St-Leonhard

kreuzbleiche kreisel 2

Als Vorbild dient der Kreisel beim Castello Visconteo in Locarno. Sein Radius ist zwar um Einiges grösser. Das Prinzip ist aber das selbe, MIV oben, Rest unten. Dies ermöglicht dem Langsamverkehr und den Fussgängern im Vergleich zu ebenerdigen Kreuzungen uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, vorausgesetzt die Rampen sind nicht zu steil. Der ÖV kommt von der Lagerstrasse. Deren Niveau liegt bereits tiefer als die Kreuzung. Somit ist dies für Fussgänger nicht eine Unterführung mit Kellercharakter. Auf der Westseite muss die Rampe bis zum Autobahntunnel das 0-Niveau erreichen. Da hier keine Fussgänger hoch müssen, ist dies nicht störend. Wichtig wäre die Gestaltung des Südaufgangs. Dieser müsste möglichst breit und offen wirken. Der Kireisel-Innenplatz könnte via Treppe und Rampen in den Platz entlang den Fassaden überfliessen.

ÖV, Velos und Fussgänger verkehren lichtsignalfrei. Dies ist auch für den MIV im Kreisel so angedacht. Sollten dies die Verkehrszahlen nicht zulassen, könnten einige Einmündungen rot geschaltet werden, während die anderen blinken.
Eine den bevorzugten verkehrsbeziehungen angepasste Spurenmarkierung im Kreisel könnte den Verkehrsfluss begünstigen.

Im allgemeinen Innenortsverkehr ist die Trennung zwischen Velofahrern und Fussgängern wichtiger als jene zwischen Autos und Velofahrern. Der Geschwindigkeits-unterschied ist zwischen Velofahrern und Fussgängern grösser. Zudem beruhigen Velofahrer den allgemeinen Verkehr und erhöhen auch die allgemeine Aufmerksamkeit, da auf Strassen mit ihnen gerechnet werden muss.
Die Trennung von Velofahrern und Fussgängern ist durch separate Velospuren und durch einen Velokreisel hier gegeben.

Einzig die Bus-Beziehung St.Leonhardstrasse-Bogenstrasse erfolgt auf der MIV-Strasse und in Ost-West-Richtung durch den Kreisel. Dies ist jedoch vertretbar, zumal dies gegenüber der Ist-Situation keine Verschlechterung ist.
Der Kreisel- Innenplatz sollte gegen Osten und Süden unter dem Kreisel hindurch offen wirken. Gegen Süden fliesst via Treppe und Rampen in den Platz entlang den Fassaden über.

Warum nicht unterirdisch?

Der Wunsch, Autos unter den Boden zu bringen, ist naheliegend. Die Situation könnte mit einem unterirdischen Kreisel auch schöner gestaltet werden. Dagegen sprechen:

  • Lange Rampen auf allen Seiten (ausser den Beziehungen zur Autobahn)
  • Hoher Platzbedarf für diese Rampen
  • Das Astra (Bundesamt für Strassen) wird keine Spurreduktionen und Einmündungen in Tunnels mehr bewilligen.
  • Konflikstellen zwischen ÖV und MIV werden nicht komplett gelöst. Spätestens bei der Kreuzung Geltenwilenstrasse-St.Leonhardstrasse treffen sie aufeinander.

Fazit

Dies ist die wichtigste Kreuzung der Stadt. Von ihrem reibungslosen Funktionieren hängt vieles im Umkreis ab.

 

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