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Vorwärts

Gedanken, Ideen, Meinungen und Senf von Markus Tofalo

Platzsparendes Leben, schöne Aussenräume, Erhalt der Kurve

In meinem letzten Artikel zur Ruckhalde wünschte ich mir ein Projekt, das nicht konventionell, bünzlig und monoton ist. Nun liegen die Ergebnisse des in der Politik umstrittenen europäischen Wohn- und Städtebauwettbewerb «Europan E18» vor. Die Aussensicht hat sich gelohnt.

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«Abbey in RE Major», eines der beiden Siegerprojekte.

Die beiden Siegerprojekte stehen sich wie Tag und Nacht gegenüber, das eine ist erfrischend, raumschonend und mutig, das andere ist das, was ich mir nicht gewünscht habe, ein weiteres Birnbäumen oder Rosenbüchel und ein Landfresser. Der historische Schienenweg und mit ihm die Kurve haben beide erhalten und somit auch der schöne Wildwuchs entlang dieser. Auch gemein haben beide Projekte die Verbindung der Langweidstrasse mit der Hochwachtstrasse. Für dem MIV muss dies nicht möglich sein.


«Abbey in RE Major»

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Für das Projekt «Abbey in RE Major» des spanischen Teams Anna Bosch I Calvo und Guillem Oró Grau ziehe ich meine Idee gerne zurück. Auch dieses Projekt markiert die Kurve mit einem markanten Rundbau in deren Zentrum. Ich will niemandem unterstellen, bei mir abgeguckt zu haben, denn die Idee mit dem Rundbau in der Kurve bietet sich offensichtlich an.

«Abbey in RE Major» zerlegt das Kloster und reiht die Elemente linear an den Hang. Entstanden ist eine Cité du Lignon 2.0. Die Cité du Lignon ist das grösste Wohngebäude der Schweiz bei Genève. «Abbey in RE Major» ist nicht ganz so gross. Durch seine feinere Gliederung wirkt es zudem weniger wuchtig. Die verschiedenen Ecken und Höfe schaffen spannende und abwechslungsreiche Aussenräume, hinter deren Fassaden Platz für verschiedene Nutzungen von Läden über Büros bis Gastro und Kitas ist. Der dichte Baukörper ermöglicht daneben den Erhalt grosser Grünflächen. Einzig für Fallwinde sollten ein paar Lücken geschlagen werden.

«Abbey in RE Major» ist ein Mikrokosmos, wie ich ihn mir vorstelle – alles was man braucht, ist in der Nähe – die Umsetzung der 10min Stadt – sogar zu Fuss – zumindest in der Theorie und Vorstellung der Verfasser.

«Die den Gletscher bewohnen»

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Ich erspare mir an dieser Stelle die Erklärung der Herleitung dieses Projektnamens. Diese Idee übernimmt die Strukturen der angrenzenden Quartiere in einer Art, dass es schon fast etwas Anbiederndes hat, denn es ist schon davon auszugehen, dass diese Bebauung im biederen St.Gallen auf mehr Zustimmung stossen wird – was dem Verfasserteam aus Andrew Georges (LB), Bettina Kagelmacher (DE), Jorge Sanchez Bajo (ES) und Roman Schober (CH) wohl auch klar ist. In diesem Sinn hat es erfüllt.

Genau das braucht es hier nicht. Und um unserer Legislative Recht zu geben, für die Findung dieser Lösung wäre die Teilnahme an diesem europäischen Wettbewerb nicht nötig gewesen, denn Solches hätte auch eine lokale Ausschreibung erbringen können.

Europan hat sich gelohnt

Ich habe diese Aktion immer begrüsst. Absolut war der Betrag zur Teilnahme hoch. Relativ war er jedoch gut investiert. Ein Projekt wie «Abbey in RE Major» hätte – so vermute ich – ein lokaler Wettbewerb nicht hervor gebracht; wohl auch, weil die Teilnahme an Architektur- und Überbauungswettbewerben stets mit dem Anspruch verbunden ist, ihn zu gewinnen. Darum werden derart mutige Lösung weniger präsentiert und oft schliessen sie die Vorgaben aus.

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Grundriss von «Abbey in RE Major»  (Bilder: jeweilige Projektverfasser)

 

Mehr zu Europan E18 2025

 

Mein Vorschlag für die Ruckhalde

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