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Gedanken, Ideen, Meinungen und Senf von Markus Tofalo

Grosser Park, dichte Talränder und ein Sportplatz über den Gleisen

Im Sommer 2016 habe ich erstmals eine Skizze zur Überdachung des Areals Bahnhof St.Fiden erstellt. Das Echo war gross. In der Folge habe ich mich immer wieder damit befasst und Konzeptanpassungen vorgenommen. Obwohl eine Überdeckung aktuell vom Tisch ist, kann ich nicht ganz davon Abstand nehmen. Ich bin der festen Überzeugung, dass aufgrund der knappen Platzverhältnisse die Idee in irgend einer Form von einer nächsten Generation wieder aufgegriffen wird.fussballplatz ueberdeckung stfidenDas Fussballfeld will nicht so recht ins Tal passen, aber tut dies die neue Olma-Halle? Und könnten denn sonst noch im Stadtgebirt irgendwo Fussballplätze angelegt werden? (Bild auf Basis 3D-Stadtplan St.Gallen)

Zur Chronologie

Die Überdeckung wurde 2016 zum Wahlkampfthema. Inzwischen haben sich Stadt und Politik davon verabschiedet. Hohe Kosten und das Nein der SBB sind die Gründe dafür.

Die Voraussetzungen haben sich geändert. Inzwischen erfreute man sich am "Areal Bach". Einkaufszentren verloren an Stellenwert. Stadtbegrünung wurde wichtiger. Zwar sah auch ich damals einen Park neben und auf dem Dach vor. Diese Grünfläche war jedoch um einiges kleiner und weniger ökologisch. Durch meine Arbeit für «Grünes Gallustal» ab 2020 habe ich diesbezüglich viel über die Wichtigkeit von Naturräumen in der Stadt gelernt. Ich stehe aus Überzeugung hinter der Idee des Grünkorridors durch die Stadt.

Die Zwischennutzung Areal Bach würde ich gerne bewahren. Eine dichte und hohe Bebauung der Talränder könnte eine möglichst grosse Freihaltung dieser wertvollen Ökofläche ermöglichen.

Boden ist rar in der Stadt

Verdichten schafft Raum für Wohnen und Gewerbe. Doch auch die Nachfrage nach Erholungsraum und Sportanlagen steigt. Besonders gefragt sind Fussballfelder. Die SBB plant mittelfristig eine Zugwartungshalle. Ob auf einem Dach ein Fussballplatz liegt, hat auf die Räume darunter keinen Einfluss. Statisch ist dies sicher einfacher, als Gebäude auf Gleise zu stellen. Günstig ist es nicht, doch wenn dadurch an anderer Stelle Wohnbauten statt Fussballplätze entstehen können, kann die Rechnung aufgehen.

Oft wurde die Möglichkeit einer Überdeckung technisch angezweifelt. Es gibt genügend Beispiele allein in der Schweiz, wo dies funktioniert:

  • Bahnhof Winterthur: darüber ist ein Parkhaus
  • Bahnhof Bern: darüber ist ein Parkhaus, eine Grünanlage und verschiedene Gebäude.
  • Die Autobahneinhausungen Katzensee, Schwamendingen und Bubenholz um Zürich sowie die A1-Überdeckung in Neuenhof sind nur vier Beispiele für Parks, Spielplätze, Gärten und auch Sportplätzen, die auf Dächern angelegt wurden. Zur Finanzierung flossen Bundesgelder. Die Frage ist nicht unberechtigt, warum zumindest für die Überdeckung der zweiten Richtungsfahrbahn der Autobahn bei St.Fiden nicht auch Bundesgelder fliessen können.

 

Mein Konzept Bahnhof St.Fiden 2026

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Ein neues Bahnhofcenter St.Fiden kann alles beherbergen, was ein moderner Mobilitätshub bieten muss: Läden, Restaurants, Parkgarage für Autos und Velos sowie Sharingstationen, darüber frei vermietbare Flächen, z.B. für Bildungseinrichtungen, Hotels oder andere publikumsintensive Nutzungen

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Das bestehende Bahnhofgebäude. Dieses Konzept wäre auch umsetzbar, ohne es rückbauen zu müssen. Doch könnte an dessen Stelle eine Verlängerung des neuen Bahnhofcenters mehr Geschossflächen bieten.

Bahnhofplatz St.Fiden

Würde die West-Richtungsfahrbahn der A1 überdeckt, könnte hier ein grosser, Bahnhofplatz entstehen, wo auch Linienbusse halten können. Von dieser Ebene könnte man via Zugangsgeschoss ins Gleisgeschoss runter gelangen. Wäre das Astra bereit, eine Bepflanzung auf dem Dach zuzulassen, wäre der Platz noch einladender. Beispiele, wie eine solche grüne Highline mit einer erweiterten Harzbüchelgalerie aussehen könnte, zeigt Grünes Gallustal in seinem Leitbild.

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Verkauf oder Vermietung weiterer Flächen in Bauten zwischen gänzlich eingedeckter Autobahn und Bahngleisen können zur Finanzierung der ganzen Bahnhofumfelds beitragen. Anlieferung und Zufahrt zum Parkhaus beim Bahnhof und zu diesen Gebäuden können weiterhin über eine Rampe der Unteren Lindentalstrasse erfolgen. Im Unterschied zu heute wäre diese jedoch teilweise in ein Gebäude integriert.

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Güterschuppen. In meinen alten Skizzen habe ich den schönen Güterschuppen im Eigentum der SBB entfernt. Schade darum fand ich es immer. Ohne Überdeckung in diesem Bereich kann er erhalten bleiben – für welche spannenden Nutzungen auch immer.

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Der Bachpark, hervorgegangen aus dem Areal Bach, ist mehr als ein Teil des Grünkorridors vom Zentrum bis zum Steinachtobel. Hier wird wieder ein Bächlein fliessen. Im Leitbild Grünes Gallustal ist die Wichtigkeit dieses Korridors für das Klima und die Natur der Stadt beschrieben. Zwar habe ich 2016 einen Park vorgesehen, jedoch nicht in dieser Form.

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Sollte es der Baudruck verlangen, wären hohe Punktbauten im Parkband vorstellbar.

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Das Einkaufszentrum der Migros ist zwischenzeitlich geschrumpft. Ein Umbau mit Wohnnutzung über Supermarkt und Parkgarage, wie dies die Migros andernorts realisiert hat, wäre auch hier denkbar.

Bachplatz und Lindentalplatz

Beide Kreuzungen lassen sich mit wenigen Eingriffen zu attraktiven Plätzen verwandeln. Alles beginnt mit der Benennung – diese sind lediglich Arbeitstitel. Plätze sind Orte, wo man sich trifft oder verabschiedet. Plätze sind wichtige Orientierungspunkte im Stadtraum.

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Fussballplatz auf dem Dach der SBB-Wartungshalle.

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Neue Baufelder im Werkhofareal. Auch hier ist dicht und hoch vorstellbar.

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Gelb sind Autobahnspuren nach dem geplanten Bau der 3. Röhre Rosenberg. Im Gegensatz zum Projekt lege ich die 3. Röhre um die Olma Halle 9, um den Abriss der erst 2001 eröffneten Halle und somit die Ressourcen- und Geldverschwendung zu verhindern. Die Umsetzbarkeit dieser Idee wurde mit von Ingenieuren bestätigt.

Mehr zur Olma schonenden Linienführung der 3. Röhre Rosenberg

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Attraktive Velobahnen, getrennt vom Fussverkehr oder Velostrassen. Zentral ist die Verbindung von der Lindentalstrasse zur Olma via eine Stelzenbrücke über den Grünbereichen zwischen den Autobahnspuren. Der Murkslösung mit einer engen Steinachstrassenpasserelle, dem Weg durch das Kantonsspitalareal, und der Lichtisgnalquerung Splügenstrasse kann ich wenig abgewinnen.
Die anderen Velorouten entsprechen dem Konzept der Stadt.

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Direkter Fussweg zwischen Autobahn und Bahngleisen vom Messebahnhof St.Gallen-St.Fiden zur Olma. Dieser wäre mit verhältnismässig wenig Aufwand bereits heute umsetzbar.

2019 vorgestellt: Olma: Zugang ungenügend2019 vorgestellt: Olma: Zugang ungenügend

 

 

Chronologie

2016: Erste Idee

St.Gallen: urbanes Quartierzentrum und Überdeckung St.Fiden

Zugegeben, da sind etliche und teure Veränderungen skizziert. Im Grundsatz stehe ich nich hinter dieser Idee. Die Fundation der Hochhäuser zwischen und unter die Gleise ist technisch machbar. Wenig bedacht habe ich hingegen den Bauprozess. Gleise lassen sich nicht einfach schnell umleiten.

2016: Antwort auf Kritiken

Medien, Politik und vor allem die Wirtschaft haben mein Konzept aufgenommen und breit kommentiert, gelobt und zerrissen. Der Gegenwind gegen ist nicht unheftig.

Hier meine Präzisierungen

2017: Bericht «Entwicklung St.Fiden-Heiligkreuz» der St.Gallen

In diesem Artikel zeige ich die zum Glück nicht realisierte Planung mit der verschobenen Bachstrasse und dem grösseren Einkaufszentrum, die mich inspirierende Überdeckungsidee von Nüesch Development und die Planungen von 1918.

Wird die Chance für ein neues Zentrum verpasst?

2017: Testplanung der Stadtraum

Die Stadt lässt vier Teams planen, jedoch ohne Überdeckung. Die bauliche Dichte ist jedoch im einiges höher, als ich mich getraut hätte, sie vorzuschlagen. Diese Erkenntnis lasse ich gerne in meine Konzepte einfliessen.

Quartierentwicklung St.Fiden: Testplanung liegt vor

2018: Festhalten an der Überdeckung

Meine Skizze von 2016 ergänze ich mit den Erkenntnissen der Testplanung. Man darf dichter und höher bauen. An der Überdeckung und den Türmen halte ich noch fest. Weiter beschreibe ich nun genauer, wie ich mir die Verbindung Bahnhof-Einkaufszentrum, Park und Wegnetz vorstelle.

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Bahnhof St.Fiden: Überdeckung gehört in den Masterplan

2018: Neue Wege

Mit der Vorlage zum Bau der neuen Olma-Halle über der Autobahn zeigte ich auf, dass die Chance fpr die Wiederherstellung verlorener Wegverbindung sich gut damit kombinieren liessen.

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Olma-Deckel über der Autobahn

2019: Die unausgereifte Idee mit dem Busdepot

Sie hätten es besser auch zuerst aufgezeichnet, bevor die Verfechter der Busdepot-Idee an die Medien gingen.

VBSG Busdepot St.Fiden?

2020: Kürzere Überdeckung

Die Politik zweifelt weiter an der Überdeckung, einerseits technisch (völlig zu unrecht), andererseits wegen den hohen Kosten. Ich kürze sie. Die Verbindung der beiden Talseiten ist mir nach wie vor wichtig. Auch versuche ich aufzuzeigen, wie der abgelegene Bahnhof zu einem ÖV-Hub werden könnte.

ueberdeckung stfiden gruenbruecke

Überdeckung St.Fiden: Es geht auch kürzer

2024: Missratene Sanierung der Autobahngalerien

Der Bund hat Minimalismus betrieben. Er hat die Autobahngalerien saniert und dabei Begrünung abgebaut und gepfuscht. Was hier möglich wäre, zeigt das Leitbild Grünes Gallustal.

Harzbuechelgalerie

Harzbüchelgalerie der A1 in St.Gallen

 

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